Warum tiergestützt arbeiten?

Der Kontakt zu Tieren und zur Natur ist ein wichtiges Grundbedürfnis des Menschen. Besonders für Kinder bietet er viele wertvolle Möglichkeiten, sich positiv zu entwickeln – emotional, sozial, sprachlich, motorisch und geistig.

Studien zeigen, dass der Umgang mit Tieren helfen kann, Stress abzubauen und innere Anspannung zu reduzieren. Vielleicht kennen Sie das selbst: Wenn man ein Tier streichelt, entsteht oft ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit. Dafür ist das Hormon Oxytocin verantwortlich – auch bekannt als das „Kuschelhormon“. Es unterstützt den Aufbau von Vertrauen und Bindung.

In der tiergestützten Intervention (TGI) werden Tiere deshalb als soziale Brückenbauer eingesetzt. Sie erleichtern Begegnungen, fördern Kommunikation und schaffen einen natürlichen Zugang zu anderen Menschen. Gerade Kinder, die unsicher sind oder wenig Selbstvertrauen haben, können davon besonders profitieren. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, auf andere zu achten und Vertrauen zu entwickeln – in sich selbst und in ihre Umgebung.

Vier Kreise mit Wirkungen
Vier Kreise mit den Wörtern 'sozial-emotionale Wirkung', 'motorische Wirkung', 'kognitive Wirkung', 'sprachliche Wirkung'

Die TGI ist keine "Erfindung der Moderne". Schon Hildegard von Bingen beschrieb im 12. Jahrhundert die heilende Wirkung von Tieren auf den Menschen. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erhalten Tiere jedoch Einzug in die Therapie.

Zeitleiste TGI
Grafische Zeitleiste zur Geschichte tiergestützter Interventionen.